Ein Nachtwächter? Was macht der denn?

Heute verbinden wir den Begriff Nachtwächter meist mit romantischen Vorstellungen von Laternen und Spaziergängen in der Dunkelheit. Doch wie sahen die Aufgaben und das Leben eines Nachtwächters ursprünglich aus?

Die Arbeit des Nachtwächters war von äußerster Wichtigkeit. Er sorgte dafür, dass des Nachts Ruhe herrschte, mögliche Brände frühzeitig erkannt wurden und Diebe es nicht allzu leicht hatten, sich in Häuser zu schleichen. Um diesen Aufgaben nachzukommen, trug der Nachtwächter meist ein Horn bei sich, um auf sich aufmerksam zu machen. Außerdem war er mit einer Hellebarde oder anderen Art von Stangenwaffe bewaffnet. Und zu guter Letzt brauchte er natürlich eine Laterne. Bekannt sind auch heute noch Nachtwächterlieder, mit denen die jeweilige Nachtstunde angesagt wurde. So z.B. das Lied „Hört ihr Herrn und lasst euch sagen…„. Ob dieses oder ähnliche Nachtwächterlieder auch hier in Osnabrück gesungen wurden, ist fraglich. Zum Teil war es so, dass das Singen des Liedes eher der Kontrolle diente, ob der Nachtwächter wirklich seinen Dienst vollzog anstatt einen Teil der Nacht zu verschlafen.

Leider schlug sich die Wichtigkeit seines Dienstes nicht in seinem Lohn nieder. Und auch mit dem sozialen Stand des Nachtwächters war es nicht weit her… Der Beruf des Nachtwächters galt, wie auch die Tätigkeiten des Henkers und Abdeckers, als unehrlich.

Wenn ein moderner Vergleich gewagt werden darf: Er führte eine, für die gesamte Stadtgesellschaft wichtige Aufgabe aus, wurde aber nicht gut angesehen und furchtbar entlohnt. Hier können durchaus Analogien zu modernen Berufen im sozialen Bereich gezogen werden.

Doch keine Furcht, bei unseren Nachtwächter-Führungen müssen Sie sich nicht mit Diebelgesindel und Feuern herumschlagen. Meistens zumindest.

Ansehen des Nachtwächters
Öffentliches Ansehen 15%
Wichtigkeit für die Stadt
Brandvermeidung 88%